#21 - Evelyn Krimmer: Resilienz im Familienalltag - wie Religion zur gesunden Entwicklung beiträgt

Shownotes

Das Wochenendgebet von Familie Krimmer:

Wir reichen uns die Hände, es ist Wochenende.

Die alte Woche bleibt zurück, wir genießen diesen Augenblick.

Was war, ist jetzt vorbei - Herr, Du beschenkst uns neu.

So mach uns nun bereit für die Familienzeit!

Hab Dank für Deine Gaben und dass wir uns haben.

So warm und hell wie der Kerzenschein lass es auch in unseren Herzen sein.

Schenke Deinen Segen für unser Familienleben.

Geh mit uns ein und aus, erfülle unser Haus.

Amen

Dazu stellen wir eine brennende "Wochenend-Kerze" auf den Tisch und fassen uns um den Tisch herum an den Händen.

Isabelle Noth, Dorothee Arnold-Krüger, Evelyn Krimmer (Hrsg.) Evangelische Gesundheitsseelsorge Grundlagen einer gesundheitssensiblen Poimenik jenseits des Krankenhauses Aus der Reihe: Praktische Theologie heute

  1. Auflage, 130 S., Verlag Kohlhammer, 2025

Host: Kathrin Kommerell, Chefredakteurin Kinderzeitschrift Benjamin Ton: Jörg Zimmermann Gast: Prof. Dr. Evelyn Krimmer (Bern), evangelische Theologin und Religionspädagogin Abbonniert uns und last uns eine Bewertung da – vielen Dank! Oder schreibt uns eine Mail: podcast@religion-im-kinderzimmer.de

Wer wir sind: Die christliche Kinderzeitschrift «Benjamin» erscheint monatlich und bundesweit im Verlag Evangelische Gemeindepresse. Mit 26 Seiten über Religion, Tiere, Freundschaft, Schule, mit Bastel- und Kochtipps, Geschichten und Gedichten und vielen illustrierten Bildern wendet sie sich an Kinder von 5-11 Jahren und deren Familien. www.benjamin-zeitschrift.de Stiftung Gottesbeziehung in Familien: Die gemischt-konfessionell strukturierte Stiftung, die der katholische Theologe und Religionspädagoge Prof. Albert Biesinger mit seinem evangelischen Kollegen Friedrich Schweitzer 2001 gegründet hat, unterstützt Eltern, Großeltern und pädagogische Fachkräfte bei der spirituellen Begleitung von Kindern zur Stärkung ihrer Entwicklung und des Familienlebens. www.stigofam.de

Transkript anzeigen

00:00:10: Herzlich willkommen zum Podcast Religion im Kinderzimmer.

00:00:13: Der Podcast für Eltern, die ihre Kinder religiös unterstützen wollen.

00:00:17: Stimmig, lebensfroh und dogmatisch und alltagstauglich!

00:00:24: Mein Name ist Katrin Komarell.

00:00:26: ich bin Chefredakteurin der christlichen Kinderzeit schrift Benjamin.

00:00:30: In kurzen Interviews mit Fachleuten aus der Religionspädagogik, Gemeindepraxis und Psychologie könnt ihr für euch entdecken wie Familienleben und Religion gut zusammengehen.

00:00:39: Als Ermutigung und Unterstützung!

00:00:46: Heute geht es um etwas was wir in den Familien sicher alle gut gebrauchen können und das ein schönes neues Wort hat nämlich um Gesundheitsseelsorge.

00:00:56: Es geht um Resilienz und Stabilität im Alltag und was Religion damit zu tun hat.

00:01:02: Mein Gast heute ist Professorin Evelyn Krimmer.

00:01:06: Sie ist evangelische Theologin, assoziierte Professorin für Religionspädagogik an der Uni Bern, verheiratet und Mama von zwei Kindern im Alter von acht und elf.

00:01:16: Ja Frau Krimma schön dass sie da sind!

00:01:18: Ja ich freue mich auch.

00:01:19: vielen Dank.

00:01:20: Familienalltag ist ja gerne mal der normale Wahnsinn.

00:01:23: Ich fange gleich mal mit der ganz großen Frage an Wie kann Religion dazu beitragen das sich da ein Gefühl Sicherheit oder Stabilität entwickelt.

00:01:34: Ja, also ganz grundlegend zu diesem Thema ist eben zunächst die Überzeugung der Gedanke dass für eine gesunde Entwicklung von Kindern es eben mehr braucht als nur die körperliche Fürsorge.

00:01:48: Es braucht das Erleben von Sinn und Zugehörigkeit wie sie gesagt haben von Stabilitäts-, Verlässlichkeit- und Kontinuität Und Religion kann in allen diesen Dimensionen wirksam sein.

00:02:02: Und sie tut das, indem sie gelebt wird als gelebte Praxis gestaltet wird – in Beziehung und im ganz normalen Alltag.

00:02:12: Dafür setzt sich eben auch dieser Gedanke der Gesundheitsseesorge ein, den Sie schon erwähnt haben.

00:02:17: Den haben wir in Bern entwickelt.

00:02:21: besagt dieses Konzept der Gesundheitshilsorge, dass sich Religion im Alltag positiv tatsächlich auf die Gesundheit auswirken kann und zur gesunden Entwicklung von Kindern beitragen kann.

00:02:34: Sonst mittlerweile auch sogar empirisch belegt.

00:02:37: Ja wunderbar!

00:02:39: Wie forschen Sie daran?

00:02:42: Die ganz aktuelle Studie stammt aus Von der Ruhr-Universität in Buchung.

00:02:47: Das hat das Deutsche Zentrum für psychische Gesundheit durchgeführt Und da wurden Daten gesammelt sogar von siebzig Ländern über ein Zeitraum von neunzehnneunundachtzig bis zwanzigzwanzig.

00:02:58: Und da wurde tatsächlich herausgefunden, dass religiöse Einbindungen den Kindern Ressourcen mitgibt die psychisch schützend wirken können beispielsweise Sinn für Gemeinschaft moralische Orientierung, Rituale, die ihnen Halt geben und dieses Gefühl Ja, Zweck und Sinn und Bedeutung.

00:03:20: Und das sind alles Faktoren die die Resilienz von Kindern stärken können und dabei wirken auch so verschiedene Mechanismen ineinander.

00:03:31: Das sind zum Beispiel die die Mechanismens dass es um Sinnstiftungen geht, um Identitätsstärkung.

00:03:37: also wenn man beispielsweise sich mit biblischen Geschichten religiösen Narrativen auseinandersetzt, mit Kindern biblische Geschichten thematisiert und liest.

00:03:46: Dass dann durch biblisch Figuren wie zum Beispiel Josef Moserud oder im neuen Testament wäre es Petrus oder auch Zacheus Thomas Maria gibt's unendlich viele dass diese biblishen Figuren den Kindern ja sozusagen Bewältigungsmodelle auch an die Hand geben können, dass sie da lernen können wie Menschen Krisen durchstehen.

00:04:07: Und zwar nicht weil sie stark und mächtig sind und besser und glüger als alle anderen sondern weil sie getragen werden, weil Gott bei ihnen ist sozusagen.

00:04:16: und diese Erzählungen, die erweitern dieses innere Repertoire von Kindern an Handlungsmöglichkeiten das ihnen dann im Alltag zur Verfügung steht.

00:04:26: Natürlich macht es auch was mit der Identität wenn man hört ich bin Gott ist geliebtes Kind.

00:04:31: Ich bin gewollt und Gott steht auch mir so bei, wie er diesen Menschen beisteht von denen ich in der Bibel immer wieder

00:04:38: höre.".

00:04:39: Und der Ansatz dabei, der zum Tragen kommt religionspädagogisch ist beispielsweise das Theologisieren mit Kindern.

00:04:46: Dass man also diese Geschichten eben nicht nur liest und dann das Buch zuklappt sondern dass man abwartet kommen Fragen, kommen Gedanken von den Kindern dazu.

00:04:55: Das können durchaus natürlich auch kritische Statements sein Dinge die nicht verstanden werden und dass man hier dann mit den Kindern ins Gespräch kommt fragen zulässt Zweifel zuläßt kritische Rückfragen zulästs dann einen aktiven Deutungsprozess gestaltet mit den Kindern?

00:05:13: Und das ist auch natürlich etwas, was im Religionsunterricht oder im Kindergottesdienst oder so sicherlich auch schon gemacht wird.

00:05:21: In den Familien haben Sie ja vorhin von gelebter Praxis auch gesprochen.

00:05:25: in Beziehung und im Alltag.

00:05:28: braucht man denn dazu religionspädagogische Ausbildung?

00:05:31: Braucht man auf keinen Fall!

00:05:33: Man braucht ... Ja... Das wollen dazu.

00:05:38: Und es geht eigentlich darum, Dinge in den Alltag einzuflechten.

00:05:42: Ganz harmonisch, organisch zu integrieren.

00:05:45: Also da würde ich auch sagen kommt es darauf an dass Eltern

00:05:49: in

00:05:50: einer guten Beziehung zu ihren Kindern auch merken was ihre Kinder beschäftigt.

00:05:56: Man kann nicht so von oben herab irgendwie plötzlich die Josef Geschichte erzählen und sagen hier hast du's Gott segnet dein Leben, auch wenn es auf und ab geht oder so.

00:06:06: Da gehört ein gewisses seelsorgerisches Gefühl dazu.

00:06:12: Empathie, Einfindungsvermögen, Einfühlungsver mögen hilft natürlich, wenn man dann selbst auch über ein bestimmtes Repertoire in biblischen Geschichten verfügt und sozusagen sich vornimmt die Bibel, die biblische Geschichte nicht von Adam und Eva bis zum Schluss zur Offenbarung strikt durchzulesen, sondern sich zu überlegen welche Geschichte könnte jetzt vielleicht heute passend sein.

00:06:38: Nachdem wir an einem Tag was erlebt haben wo sich das Kind vielleicht ganz klein fühlt dann könnte man die Geschichte von Zachälius lesen Und es wäre dann fast schon eine psychologisch ja seelsorgliche Herangehensweise auch an das biblische Lesen und Thematisieren Von Geschichten mit den Kindern dass man spürt welche Geschichte Könnte Heute Passen Je tiefer diese Beziehung natürlich ist zwischen Eltern und Kindern, desto leichter wird es Eltern fallen zu erspüren.

00:07:07: Welche Gedanken die Kinder tatsächlich bewegen?

00:07:09: Und entsprechend dann auch welche Figur welches Vorbild welche Geschichte dann auch an diesem Tag vielleicht passend wären.

00:07:16: also weil ich vorhin vom normalen Wahnsinn im Alltag gesprochen habe Es ist ja zu vermeiden dass durch diese Ich nenne es jetzt mal so krass, also noch ein Extra-Programm.

00:07:32: Und ich glaube da könnten dann auch solche Dinge wie Rituale hin noch eine große Rolle spielen?

00:07:38: Genau!

00:07:39: Also es geht nicht darum eine gezielte religiöse Unterweisung sozusagen einzuplanen jeden Tag von sechzehn bis siebzehn Uhr, sondern es geht wirklich darum dass man Rituale einführt die sich mit biblischen Geschichten, mit Glaubensthemen und Glaubenfragen befassen.

00:07:55: Die den Alltag strukturieren können.

00:07:57: und da ist es ganz wichtig das auch von den Kindern eigentlich nur als etwas Schönes empfunden werden wenn Sie nicht als Pflicht erlebt werden Sondern wenn es etwas ist was Ganz normaler Bestandteil des Alltags zu erlebt wird, den man gewöhnt ist wenn es kein aufgezwungenes Gebet ist.

00:08:18: Wenn man unter Stress steht und das dann noch rein zwingen möchte Dann schadet es mehr, als dass es nützt.

00:08:24: Und dazu braucht man dann gar keine neuen Zeitfenster schaffen.

00:08:28: Denn es gibt ja sowieso in fast jedem Erziehungsratgeber ein Kapitel über kindliche Einschlafrituale beispielsweise.

00:08:35: Das heißt das ist ein Ritual, das ist in jeder Familie denke ich von Bedeutung.

00:08:40: wie gestaltet man diesen Abend?

00:08:42: Dass die Kinder gut aus dem Tag hinaus ins Bett kommen, in die Ruhe kommen Kraft sammeln können auch Hoffnungsperspektiven vielleicht für den neuen Tag Und genau in diese Zeitfenster, die man sowieso als Familie bewusst nutzen möchte.

00:08:56: Da könnte man dann ja so rituelle Zeiten gemeinsam erleben, indem man über biblische Geschichten nachdenkt spricht aber nicht nur über die biblischen Geschichten sondern allgemein.

00:09:08: was bewegt dich?

00:09:09: Was war an diesem Tag schön für dich?

00:09:12: Wofür möchtest du danken?

00:09:13: und Kinder gehen in den Kindergarten oder in die Schule haben eben viele schöne Dinge, die sie erleben.

00:09:19: Aber manche auch unangenehme Dinge ,die Sie als Stress empfinden.

00:09:23: Auf diese Weise kann dann ein Gebet das in des abendliche Ritualen mit eingeflochten wird sozusagen den Tag nochmal Revue passieren lassen.

00:09:33: Es kann Dankbarkeit zum Ausdruck gebracht werden aber auch Belastung kann thematisiert werden.

00:09:39: Ja ja schön.

00:09:40: also sind religiöse Elemente aus der religiösem Praxis einfach strukturierend und tröstend und stabilisierend, wenn man sie dann so über den Tag vielleicht auch über die Woche übers Jahr verteilen kann.

00:09:54: Ja, sowas wie gerade Sackengebete, Segen, auch Feste, auch Rhythmusgebende Rituale.

00:10:03: Genau das ist ganz wichtig also dass die Rituaale auch so regelmäßig wiederkehren, dass sie wie gesagt für die Kinder als etwas empfunden werden was für die eigene Familie ganz normal ist und spielt dann hinein in den Sozialisationsprozess natürlich.

00:10:20: Und damit in die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern können Tagesrituale sein, Wochenritualen, Jahresrituales und bei Tagesrituellen kann es der morgendliche kurze Segen sein bevor das Kind die Tierschwelle sozusagen überschreitet in den Kindergarten oder in die Schule ein kurzes Segensgebet Hand auflegen oder auf die Stirn ein kleines Kreuz zeichnen.

00:10:43: Da geht ein Kind schon ganz anders in den Tag mit so einem Segen und es ist auch ein Moment der Nähe.

00:10:50: All diese Rituale haben ja auch zusätzlich die Funktion, dass sie auch Nähe erzeugen.

00:10:55: Sie wirken auch stabilisierend für die Beziehung zwischen Eltern und Kindern.

00:11:00: Und wenn das Kind dann aus Schule- und Kindergarten zurückkommt und man vielleicht gemeinsam am Tisch sitzt einen kurzen Moment innehalten, vielleicht ein Gebetwürfel als Familie auf dem Tisch haben.

00:11:13: Wo dann das Kind die Kinder würfeln dürfen und ein gemeinsames Gebet gesprochen wird um sich bewusst zu machen ist es nicht sehr verständlich dass wir dieses Essen hier auf dem tisch haben, dass wir satt werden ,dass wir hier gemeinsam am Tisch sitzen ja und abends darüber haben wir schon gesprochen einfach nochmal dieses danken oder auch vor Gott bringen was uns belastet was den tag über passiert ist.

00:11:36: Das wären so Rituale, die den Tag wunderbar gestalten können und für einen Ablauf sorgen in dem sich die Kinder wohlfühlen und eine Möglichkeit die Woche zu strukturieren wäre natürlich wenn man auf Mitblick auf das Wochenende die Möglichkeit hat zusammenzukommen.

00:11:56: Bei uns in der Familie ist es so, mein Mann ist Fahrer.

00:11:58: Deshalb ist er Sonntagmorgen bei uns manchmal sehr urregelmäßig zu gestalten.

00:12:04: aber wir haben uns inspirieren lassen von einer jüdischen Familie die den Shabbat gemeinsam feiert schon Freitagabend zusammenkommt und haben mir gedacht sowas hätten wir auch gerne dass wir uns als Familie bewusst machen jetzt ist Wochenende Jetzt kommt eine andere Zeit.

00:12:22: Das ist ein Geschenk und das haben wir jetzt eben in den Samstagvormittag integriert, Wir haben überlegt dass das der Morgen ist wo wir am ehesten als Familie die Möglichkeit haben ohne dass einer oder eine gleich zum nächsten Termin springen muss Und da machen wir das jetzt seit mehreren Jahren, dass wir es Samstagmorgen ist tatsächlich vor dem Frühstück um den Tisch sitzen.

00:12:42: Dass wir eine Kerze auf den Tisch stellen die wir anzünden, dass Wir uns an den Händen halten und ein Wochenend Gebet sprechen.

00:12:50: Das mein Mann und ich gemeinsam formuliert haben schon vor mehreren jahren und Es ist jetzt so wirklich unsere individuelle familien Tradition und es ist eine ganz fröhliche Sache.

00:12:59: also da freuen wir uns auch alle drauf und wünschen uns anschließend Ein schönes Wochenende.

00:13:04: Haben

00:13:04: Sie das gerade parat?

00:13:05: Ja, das habe ich parat.

00:13:07: Vielleicht lesen sie es einfach mal vor!

00:13:09: Ja, dass mache ich also.

00:13:10: Stellen Sie sich vor wir sitzen um einen schön gedeckten Tisch.

00:13:13: eine Kerze brennt Wir fassen uns an den Händen.

00:13:16: Wir reichen uns die Hände.

00:13:18: Es ist Wochenende Die alte Woche bleibt zurück.

00:13:22: Wir genießen diesen Augenblick.

00:13:24: Was war ist jetzt vorbei.

00:13:27: Herr du beschenkst uns neu.

00:13:30: So mach uns nun bereit für die Familienzeit.

00:13:33: Habt Dank für deine Gaben und dass wir uns haben!

00:13:38: So warm und hell wie der Kerzenschein, lass es auch in unseren Herzen sein.

00:13:44: Schenke deinen Segen für unser Familienleben.

00:13:47: Geh mit uns ein-und aus – erfülle unser Haus.

00:13:51: Und oftmals rufen wir dann schon diesen letzten Vers, geh mit uns ein und aus erfülle unser Haus.

00:13:57: Amen!

00:13:58: Wir wünschen uns ein schönes Wochenende.

00:14:00: Wenn wir dieses Gebet anschauen das war gar nicht geplant aber es folgt dem Ablauf nach tatsächlich eigentlich dem Aufbau eines typischen Rituals wie es sozusagen auch ... Definiert wird unbewusst diese drei Phasenstruktur nach Van Genneb, ein Ethnologe von Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts auch verfolgt.

00:14:21: Nämlich einmal die Trennung des Vorherrigen.

00:14:23: also was war ist jetzt vorbei?

00:14:25: Die alte Woche bleibt zurück.

00:14:27: sich klar machen Was war ist vergangen Damals ist damals und heute ist Heute sagt man in der Psychotherapie zum Beispiel.

00:14:37: Und dann dieses Schwellenfase.

00:14:39: wir sind jetzt im Hier-und Jetzt ist Wochenende Jetzt können wir durchatmen, jetzt sind wir zusammen.

00:14:46: Jetzt haben wir Familienzeit und dann die sogenannte Wiederangliederung an einen neuen Zustand also auch sozusagen der Blick nach vorne an die neue Woche her.

00:14:56: du beschenkst uns neu Und wir erleben das als sehr wohltuend.

00:15:01: und wenn wir es aus Wochenendprogrammgründen nicht schaffen dieses Ritual durchzuführen Dann haben wir auch das Gefühl irgendwie dass uns was schon was fehlt

00:15:13: Schön.

00:15:13: Ich kann mir vorstellen, dass dann die Kinder danach auch fragen und letztlich ist es ja auch alles in allem eine Fürsorge sozusagen für die Seele aller also auch der Eltern.

00:15:25: Sie haben es ja gerade schon gesagt, dass sie da individuell als Familie festgestellt haben das der Samstag Vormittag so ein für sie richtiger Moment ist für einen gemeinsamen Start mit dem Gebet ins Wochenende.

00:15:39: Ich sehe schon also Rituale so von außen irgendwie aufdrücken.

00:15:43: Das geht nicht, man muss da flexibel und individuell gucken wo es passt.

00:15:49: welche Rolle können da die Kinder dabei spielen?

00:15:54: Aus religionspädagogischer Sicht ist da ganz wichtig, dass wir uns bewusst machen das die Kinder eigenständige Subjekte sind.

00:16:03: Wir wollen sie ernst nehmen und sie wollen ernst genommen werden.

00:16:07: Das heißt Sie sind nicht unsere Adressaten und wir sagen nicht wir machen jetzt dieses Ritual und ihr macht gefälligst mit und seid leise sondern die Kinder sind unsere Partner im Fragen, im Rituaal gestalten, im gemeinsamen erleben und strukturieren das Alltags durch diese Rituale.

00:16:24: Und diese Rrituale, diese kleinen Anker- und Haltepunkte im Alltag, die wirken am tiefsten wenn sie ja sagen wir mal frei von Perfektionsdruck sind, wenn sie eingebettet sind in wahre Beziehung, in liebevolle Beziehungen, wenn Sie verlässlich sind und wiederkehrend.

00:16:44: Das heißt natürlich kann es auch sein, dass dann die Termine zunehmen.

00:16:47: Man sagt morgens zum Handball muss oder zum Kindergeburtstag.

00:16:51: Trotzdem gilt da dann der Grundsatz bei Ritualen wenig und verlässlich ist wichtiger als viel und dafür unregelmäßig.

00:17:00: also man kann dann auch sagen heute machen wir's kürzer aber wir machen es zumindest.

00:17:04: ein kurzer Segen, der ist morgens immer drin.

00:17:06: Der kostet ein paar Sekunden.

00:17:09: Wichtig ist das Kind gestaltet mit, das heißt sie werden aktiv mit einbezogen.

00:17:14: Möchtet ihr noch etwas dazu beisteuern?

00:17:16: Habt ihr noch eine Idee wie wir hier vielleicht noch zu unserem Gebet etwas dazuformulieren können?

00:17:23: Abends die Frage, wie geht es dir heute wenn du an den Tag denkst was war schön, was war weniger schön und dass wir nicht denken wir müssen das perfektionieren.

00:17:32: Die Rituale dürfen auch stockend sein, die dürfen unterbrochen stattfinden.

00:17:37: Die dürfen unfertig sein.

00:17:38: Was zählt ist die Absicht und die Wiederkehr?

00:17:41: Und nicht die perfekte Formen!

00:17:45: Wichtig ist dann auch im Laufe des Familienlebens dass man diese Ritua wie es zu einem passt eben auch an.

00:17:53: Statt aufgibt.

00:17:55: Das finde ich auch noch ganz wichtig, das Ritual darf schrumpfen aber es sollte nicht ganz wegfallen.

00:18:01: und diese veränderte Form die bewahrt eben den Anker, aber die trägt dem der tatsache Rechnung dass sich der Alltag auch stetig verändert.

00:18:11: Ja, ach toll.

00:18:12: Frau Grimmer, jetzt hoffe ich sehr, dass Eltern Zuhörer in ein paar neue Impulse für ihr Familienleben aufgreifen konnten und sich selbst sozusagen als Gesundheitsseelsorgerinnen sicherer fühlen können.

00:18:28: Vielen Dank, Frau Grimme, für das Gespräch!

00:18:31: Ich danke Ihnen, hat mir sehr große Freude gemacht.

00:18:37: Schön, dass Ihr dabei wart – In den Show-Notes findet Ihr zu dieser Folge Links & Buchtipps.

00:18:43: Gern könnt ihr auch Kontakt zu uns aufnehmen.

00:18:45: Habt ihr einen Vorschlag für ein Thema für diesen Podcast oder habt ihr selbst schon interessante Erfahrungen gemacht, die ihr mit uns teilen wollt?

00:18:52: Dann schreibt uns eine E-Mail an podcastatreligion-im-kinderzimmer.de.

00:18:59: Wenn euch der Podcast gefällt, könnt ihr ihn auf der Podcastplattform eurer Wahl abonnieren – oder uns dort doch gerne eine Bewertung hinterlassen!

00:19:07: Und wenn euch interessiert wer wir sind… Und was wir sonst noch alles zum Thema Religion in der Familie machen, besucht gerne unsere Websites und schaut euch da um.

00:19:15: Die christliche Kinderzeitschrift Benjamin findet ihr auf www.benjamin-zeitschrift.de die Stiftung Gottesbeziehungen Familien auf der Webseite www.stigofarm.de.

00:19:28: Bis zur nächsten Folge also und danke fürs Zuhören!

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